Ausgezeichnete Vielfalt

Hasetalschule Quakenbrück (Frösche-Projekt im Rahmen von "Lernen durch Engagement")

Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium Osnabrück (Projekt Bewegte Pause)

Netzwerk Jugendhaus Buer e.V. (Buchprojekt "Angekommen - Buer und seine Gastarbeiter")

Maiburg Grundschule Bippen (Schulkonzept "Ich-Du-Wir-miteinander wachsen")

Netzwerk Bildung unterstützt vier beispielhafte Bildungs-Projekte zu Integration und Inklusion in der Region Osnabrück

Osnabrück, 29. September 2016

Im Grunde sei es ganz einfach, sagt Ina Eversmann, während sie ein Projekt der Hasetalschule Quakenbrück erläutert: Viertklässlerinnen und Viertklässler retten mit ihrer Lehrerin und einer Schulsozialarbeiterin Frösche vor dem Tod im Straßenverkehr. Aber der Weg dahin sei etwas Besonderes, betont die Geschäftsführerin der Bildungsstiftung im Osnabrücker Nordland, denn: „Die Kinder, die selbst herausfordernde Lernvoraussetzungen mitbringen, erkennen schnell, dass sie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen wollen und können.“ Die Kinder haben sich beim Bürgermeister der Samtgemeinde Quakenbrück für ihr Anliegen eingesetzt. Für dieses Engagement zollte Eversmann ihnen bei ihrer Laudatio Anerkennung: Die Hasetalschule Quakenbrück ist eine von vier Bildungseinrichtungen aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück, die jetzt bei einer Feierstunde vom Netzwerk Bildung –Stiftungen für die Region Osnabrück – für ihr Engagement zum Thema „Vielfalt“ ausgezeichnet worden sind.

Wie lässt sich Bildungsgerechtigkeit konkret umsetzen? Wie wird individuelle Förderung von leistungsschwachen und -starken Kindern besser möglich? Wie können Lehrer, Erzieher und Eltern bei aller Buntheit in Gruppen und Klassenverbänden Kindern Halt geben? Wie können solche Konzepte gestaltet werden, dass wirklich alle mitgenommen werden? Mit diesen Fragen hatte das Netzwerk Bildung unter dem Stichwort „Ein Plus für mehr Wir“ im Frühjahr Bildungseinrichtungen gebeten, ihre innovativen Konzepte dazu einzureichen, wie sie Vielfalt – im Sinne von Integration und Inklusion – im pädagogischen Alltag leben und fördern. Eine Experten-Jury hat aus den 23 eingereichten Vorschlägen vier Projekte ausgewählt, die nun im Museum am Schölerberg öffentlich vorgestellt wurden. „Mit der feierlichen Auszeichnung trägt das Netzwerk Bildung seinem Anliegen Rechnung, vorbildliche Projekte in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagt Michael Prior als Sprecher des Netzwerks Bildung – Stiftungen für die Region Osnabrück. „Ich freue mich über das unterschiedliche Spektrum der Projekte“, ergänzt Prior, der zugleich Geschäftsführer der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung ist.

Prior hob in seiner Laudatio für die Grundschule Bippen das facettenreiche Engagement für mehr Vielfalt hervor, das die Bippener unter das Motto „ICH – DU – WIR – miteinander wachsen“ gestellt haben. Die Schule arbeite mit einer Reihe abgestimmter Maßnahmen, die helfen, jedem Kind und seinen Fähigkeiten gerecht zu werden. Vor allem der Sportförderunterricht hat die Jury den begeistert, da er zu einer ganzheitlichen Förderung beitrage.

Ausgezeichnet hat das Netzwerk Bildung auch das Osnabrücker Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA). Hier können bei der Arbeitsgemeinschaft „Die Bewegte Pause“ zwischen den Stunden verschiedene Spiel- und Sportgeräte ausgeliehen werden, erläutert Carmen Guerra, Projektleiterin für die Förderung von jungen Migranten bei der Caritas. Die AG ist eine Initiative von Schülerinnen und Schülern des EMA für alle Mitschülerinnen und Mitschüler des Schulzentrums Sonnenhügel, zu dem auch die Wittekind-Realschule und die die Felix-Nussbaum-Hauptschule zählen. Als Integrationsbeauftragter des Landkreises Osnabrück hält Werner Hülsmann die Laudatio für das Buchprojekt „Angekommen – Buer und seine Gastarbeiter“ des Netzwerks Jugendhaus Buer e.V.. Für das Buch recherchierten Schülerinnen und Schüler der Oberschule Buer im Alter von 14 bis 16 Jahren die Lebensgeschichten der ersten Gastarbeiter, die nach Buer gekommen waren. Damit stehe das Buchprojekt beispielhaft für das Ziel des Vereins, Jugendliche und junge Erwachsene bewusst in die Mitverantwortung für ihre Freizeit- und Lebensbedingungen einzubeziehen.

Unterstützt werden die ausgezeichneten Projekte vom Netzwerk Bildung mit jeweils 2.500 Euro. Diese werden nicht nur für laufende Kosten verwendet, sondern beispielsweise vom Netzwerk Jugendhaus Buer für die Fortführung der Idee – ein zweites Buch ist bereits in Planung. Es soll sich vor allem Gastarbeiterinnen in den Fokus nehmen. Für die Hasetalschule Quakenbrück und die Maiburg Grundschule Bippen gab es noch eine Überraschung: Harry Krogull, der Geschäftsführer der Patsy und Michael Hull Foundation war so sehr von den Projekten angetan, dass er beiden Schulen über ein halbes Jahr Tanzunterricht schenkte.

Eingerahmt war die Feierstunde, die von Ludger Abeln, Caritasverband für die Diözese Osnabrück e.V., moderiert wurde, von einem abwechslungsreichen Programm, zu dem auch die Schüler der Hasetalschule beitrugen: Mit bunten Handpuppen setzten sie den berühmten Ohrwurm „Manamana“ aus der Muppetshow in Szene. Für Musik sorgten die UniHorns der Ursulaschule Osnabrück unter der Leitung von David Janßen und Daniel Troue mit Klassikern wie „Birdland“ und neuen Stücken wie „Skyfall“. Zu Beginn ernteten Schülerinnen der Geschwister-Scholl-Oberschule, Bad Laer, mit einem Ausschnitt aus dem Theaterstück „Der guteste Mensch“ großen Applaus. Wie wichtig Förderung von Vielfalt ist, verdeutlichten Harry Krogull, Hull-Foundation, und der ehemalige Profi-Fußballer Thomas Reichenberger, der sich für Inklusion im Fußball engagiert.

Im Netzwerk Bildung haben sich 15 Stiftungen zusammengeschlossen, die die Zukunftschancen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbessern möchten. Weitere Informationen unter: www.netzwerk-bildung-os.de

Medienkontakt: Dr. Marie-Luise Braun, Tel. 0541. 68 53 336, presse@netzwerk-bildung-os.de