Lernen, sich selbst zu motivieren - Entwicklung von Selbstkompetenz bei Kindern

180 Gäste beim Vortrag über die Bedeutung der Beziehung zwischen Pädagogen und Kindern für die Entwicklung von Selbstkompetenz

Es klingt eigentlich ganz einfach: „Die Umsetzung schwieriger Absichten wird durch positive Gefühle gefördert“, sagte Julius Kuhl. Beim Lösen einer Aufgabe werde dadurch Umsetzungsenergie frei, erläuterte der Professor für Psychologie an der Universität Osnabrück. Doch diese Fähigkeit zu lernen, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. So ist auch die Beziehung zwischen Pädagogen und Kindern dafür zentral, wie Julius Kuhl und sein Kollege Thomas Künne vom Niedersächsischen Institut für Bildung und Entwicklung (nifbe) zeigten.

Die Selbstkompetenz von Kindern zu stärken, ist Michael Prior, Claudia Solzbacher, Julius Kuhl und Thomas Künne (von links) ein Anliegen. Fotohinweis: Netzwerk Bildung.

Die Universität Osnabrück, das nifbe und das Netzwerk Bildung – Stiftungen für die Region Osnabrück hatten zu dem Vortrag eingeladen, zu dem 180 Gäste gekommen waren. Jedes Kind hat eigene Begabungen. Nicht jedem Kind gelingt es aber, diese Fähigkeiten zu zeigen oder sogar in Leistung umzusetzen. Dazu gehöre nicht allein Intelligenz. „Begabungsentfaltung braucht Selbstkompetenz“, betonte Kuhl. Gemeint ist damit die Fähigkeit, das eigene Verhalten wahrnehmen und einordnen zu können. Wer selbstkompetent ist, kann sich in schwierigen Situationen selbst beruhigen und zugleich motivieren, bei der Sache zu bleiben. „Das ist wichtig, um überhaupt lernen zu können“, sagte Michael Prior, der Sprecher des Netzwerkes Bildung. Selbstkompetenz können Kinder entwickeln, wenn sie einen wertschätzenden, respektvollen, ihnen zugewandten und vertrauensvollen Umgang erfahren, erläuterte Claudia Solzbacher, Professorin für Schulpädagogik an der Uni Osnabrück. Sie hat die Ringvorlesung „Wie lernen gelingen kann. Selbstkompetenz im Fokus von Theorie und Praxis“ entwickelt. Eingeladen sind Pädagogen, Eltern, Großeltern, Wissenschaftler und Studierende. Der Vortrag von Julius Kuhl und Thomas Künne war Teil dieser Reihe, die bis Februar 2014 fortgeführt wird. Kinder können Selbstkompetenz nur in Beziehungen lernen. Denn in vertrauensvoller Atmosphäre können sie Rückmeldungen annehmen und umsetzen. Allerdings werde heute immer weniger Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung gelegt, beklagte Solzbacher: „In der Schule geht es heute fast immer ums Höher, Schneller, Weiter. Das ist inzwischen bereits im Kindergarten angekommen.“ Die Wissenschaftlerin möchte Pädagogen und Eltern dabei unterstützen, selbstkompetent zu sein.

Die Ringvorlesung „Wie lernen gelingen kann. Selbstkompetenz im Fokus von Theorie und Praxis“ findet dienstags von 18 bis 20 Uhr in der Universität Osnabrück, Seminarstraße 20 (EW-Gebäude), Raum 15/E10 statt. Weitere Informationen zur Ringvorlesung und die Skripte zu den einzelnen Vorlesungen finden Sie unter folgendem Link: http://nifbe.de/component/coursedatabase/?view=item&id=207:wie-lernen-gelingen-kann

Das Netzwerk Bild bedankt sich auch auf diesem Wege bei der Schülerfirma Schülerzauber der Paul-Moor-Schule Bersenbrück für die Zubereitung des leckeren Imbisses vor Beginn der Veranstaltung.