bunt stiften!

Willkommen zum Osnabrücker Stiftungstag 2012

Mit einer Stiftung nachhaltig Spuren hinterlassen

Das folgende Interview erschien am 12. Juni in der Sonderbeilage "Stiftungen der Region" in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die ganze Sonderbeilage können Sie hier als PDF-Version herunterladen.

„Die Menschen wollen etwas gestalten“: Prof. Dr. Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, im Interview

Seit Jahrhunderten leisten Stiftungen einen wesentlichen Beitrag zum Wohl der Gesellschaft. Derzeit gibt es rund 19 000 Stiftungen in Deutschland. Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, erklärt Hintergründe und Motive.

Was bewegt Menschen heute zum Stiften?

Es sind meist mehrere Gründe gleichzeitig, die Menschen zum Stiften motivieren: Sie wollen etwas selbst gestaltend bewegen; und Sie wollen das auf besonders nachhaltige Weise tun und so, dass es über ihre eigene Lebenszeit hinausreicht. Bei sehr vielen spielt zudem der Aspekt eine Rolle, dass Sie etwas zurückgeben wollen an die Gesellschaft aus Dankbarkeit für ein erfolgreiches Leben, das diese Gesellschaft ermöglichte. Und bei Kinderlosen – die besonders oft stiften – ist die Stiftung auch eine Lösung der Frage, wer Erbe werden soll. Manche Unternehmer stiften ihr Unternehmen und sichern so auch ihr unternehmerisches Lebenswerk gegenüber potentiellen Erbstreitigkeiten und Zerschlagung; Robert Bosch ist da ein Vorbild. 

Was unterscheidet die Stiftung von einer großzügigen Spende?

Eine Spende muss zeitnah verbraucht werden. Eine Stiftung dagegen bleibt in der Regel in ihrem Grundvermögen auf Dauer erhalten, nur die Erträge des Vermögens und eingehende Spenden dürfen und müssen für den Satzungszeck ausgegeben werden. Mittel- und langfristig kommen so von einer Stiftung von zum Beispiel einer Million Euro deutlich mehr Mittel als die gestifteten einer Million Euro für die Satzungszwecke heraus.

Was sind die Vorteile einer Stiftung?

Sie ist eine besonders nachhaltige Form des Engagements, sie wird ja auf – in der Regel unbefristete – Dauer errichtet. Manche Stiftungen sind viele hundert Jahre alt. Und der individuelle Wille des oder der Stiftenden zählt und wird auch nach Ableben des Stifters verwirklicht; darüber wacht neben den Organen der Stiftung bei rechtsfähigen Stiftungen nach dem Gesetz die Stiftungsaufsicht.  Zudem bietet die Stiftung eine große Zahl von Gestaltungsmöglichkeiten für maßgeschneiderte Lösungen. Besser als mit einer Stiftung kann man kaum eine sinnvolle nachhaltige Spur hinterlassen.

Wie unterstützt der Staat Stifterinnen und Stifter?

Der deutsche Staat hat auf gesetzlicher Ebene mittlerweile sehr gute  Rahmenbedingungen für gemeinnützige Stiftungen geschaffen. Dazu zählen auch besondere steuerliche Vorteile des Stiftens. Auf Verwaltungsebene bieten die Stiftungsaufsichten, gerade auch in Niedersachsen,  Rat und Service.

Was sollte ich bedenken, bevor ich von meinem Geld stiften?

Ich sollte mich vorab beraten lassen, idealerweise von Institutionen, die nicht nur juristisch kompetent sind und keine kommerziellen Zwecke verfolgen; zum Beispiel beim Bundesverband Deutscher Stiftungen, der diesen Service kostenlos bietet. Und ich sollte mich vorab mit Stiftungsaufsicht und Finanzamt abstimmen. Außerdem sollte überlegen, ob ich mich nicht lieber an bestehende Stiftungen, wie Bürgerstiftungen, andocke mit einer Zustiftung, einem Stiftungsfonds oder einer Treuhandstiftung; das ist gerade – aber nicht nur - bei überschaubareren Beträgen die oft bessere Lösung.

Kann ich mich an Stiftungen beteiligen?

Wenn deren Satzung nicht entgegensteht, kann ich in eine bestehende Stiftung zustiften. Und bei Gemeinschaftsstiftungen wie etwa Bürgerstiftungen kann ich Mitstifter werden. Bei Bürgerstiftungen geht das mit relativ überschaubaren Beträgen. Da kann fast jeder zum Mit-Stiftenden werden. Eines ist jedenfalls sicher nach aller Erfahrung: wer früher stiftet, hat länger Freude.

Bildung

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